Krampfadern

Normalerweise fließt das Blut aus den oberflächlichen in die tiefer gelegenen Venen und dann, entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen. Da die Venenwände im Gegensatz zu den Wänden der Schlagadern (Arterien) dünn sind und nur wenig Muskulatur aufweisen, sind sie beim Bluttransport auf die Unterstützung der Wadenmuskelpumpe angewiesen. Das bedeutet, dass bei Bewegung der Wadenmuskulatur, das Blut in der Vene in Richtung Herz gefördert wird.
Dabei verhindern die Klappen in den Venen einen Rückfluss des Blutes. Schließen die Klappen jedoch nicht korrekt, fließt das Blut in den Beinvenen zurück und staut sich, dehnt die Gefäße und es entstehen Krampfadern. Die Venen werden im Verlauf weiter, länger und damit in Abhängigkeit der Lokalisation auch sichtbar.
Übrigens kommt „Krampf“ nicht von krampfen sondern von krumm, also krumme Adern. Als Synonym liest man des öfteren Varizen, Varikose, Varicosis.
Krampfadern sind nicht nur „Schönheitsfehler“, sondern haben Krankheitswert. Häufig gehen Krampfadern mit Symptomen der Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz), d.h. Schwellneigung, Spannungs- und Schweregefühl einher. Auch Juckreiz und nächtliche Wadenkrämpfe können auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu bräunlichen Hautverfärbungen, Vernarbungen der Haut und Unterhaut (Dermato-Lipo-Faszio-Sklerose genannt), Entzündungen der oberflächlichen Venen (Varikothrombose/Thrombophlebitis) bis hin zum „offenen Bein“ (Ulcus cruris) kommen.

 

Besenreiser und retikuläre (Netz)Varizen

Besenreiser und retikuläre (Netz)Varizen sind blaue und rote erweiterte Venen, die dicht unter oder in der Haut verlaufen. Meistens sind sie harmlos, machen keine Beschwerden, stören optisch jedoch sehr.
Der Ausdruck Besenreiser kommt von „Reisern“, kleinen Ästchen, die früher von Besenbindern zu Reisigbesen verarbeitet wurden. Die Besenreiser können auch ein Hinweis auf eine tiefer liegende Venenerkrankung sein.